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TOP-THEMA: B1
– vk.com/topic-12399143 26677833

Was tun mit Dschihadisten?

Viele Dschihadisten kommen aus dem Syrienkrieg nach Deutschland zurück – für die Sicherheitsbehörden ein Problem. Denn es besteht Terrorgefahr. Neben Kontrollen und Strafen setzen sie auch auf Sozialarbeit.

Etwa 650 Personen aus Deutschland sind nach Informationen der Sicherheitsbehörden nach Syrien gegangen, um dort für die Terrororganisation Islamischer Staat zu kämpfen. Ungefähr ein Drittel ist inzwischen wieder zurückgekommen. Die Behörden stellt das vor große Probleme. Sie meinen, dass derzeit von etwa 300 Personen in Deutschland eine Terrorgefahr ausgeht. Deswegen müssten diese Personen kontrolliert werden. Aber eine Überwachung aller, meint Ulf Küch von der Polizei Braunschweig, ist für die Polizei unmöglich.

Oft kommt es auch zu Gerichtsverfahren gegen die Dschihadisten. Doch Gefängnisstrafen lösen das Problem nicht unbedingt. Für Marwan Abu-Taam vom Landeskriminalamt Mainz stellt sich die Frage: „Werden diese Leute die Möglichkeit haben, in der JVA radikalisierend auf andere einzuwirken?“ Die Sicherheitsbehörden setzen deshalb neben Überwachung und Strafen auch auf Sozialarbeit und Beratungsangebote.

Vier Organisationen in Deutschland sind dafür zuständig. Violence Prevention Network (VPN) ist eine von ihnen. VPN unterstützt zum Beispiel Eltern dabei, die Rückkehr ihrer Kinder aus Syrien zu organisieren. Die Organisation arbeitet aber auch präventiv, zum Beispiel an Schulen. So will man Jugendlichen zeigen, dass Religion und Extremismus nichts miteinander zu tun haben, sagt Thomas Mücke, der Leiter.

Ein großes Ziel ist die Deradikalisierung der Personen, von denen eine große Terrorgefahr ausgeht. Zu denen gehören auch die Rückkehrer aus Syrien. Sobald sie in Deutschland ankommen, versuchen die Berater, mit ihnen zu arbeiten. Sie wollen verhindern, dass sie hier wieder mit Extremisten in Kontakt kommen. Auch wenn die Personen ins Gefängnis kommen, werden sie weiter betreut. Nur eines fragen die Berater nicht: Was die Rückkehrer in Syrien getan haben: „Sonst kämen wir in die Situation einer Zeugnispflicht und könnten unsere pädagogische Aufgabe nicht wahrnehmen“, so Thomas Mücke.

Glossar

Dschihadist, -en/Dschihadistin, -en (aus dem Arabischen) – ein Moslem, der sich aus religiösen Gründen an Kriegen beteiligt oder Gewalt gegen andere anwendet

Terror (m., nur Singular) – das Anwenden von Gewalt, um politische oder religiöse Ziele zu erreichen

jemanden vor ein Problem stellen – dafür sorgen, dass jemand ein Problem hat

auf etwas setzen – hier: etwas für sehr wichtig halten und sich deshalb dafür entscheiden

von jemandem aus|gehen – von jemandem kommen

Überwachung, -en (f.) – die Kontrolle von Personen

Gerichtsverfahren, – (n.) – der Prozess, bei dem jemand wegen etwas vor Gericht ist

Landeskriminalamt, -ämter (n.) – eine Behörde der Polizei, die es in jedem Bundesland gibt

JVA,( -s) (f.) – Abkürzung für Justizvollzugsanstalt, ein Gefängnis

sich radikalisieren – hier: immer stärkere und gewalttätigere Mittel anwenden, um etwas zu erreichen

auf jemanden ein|wirken – jemanden beeinflussen

für etwas zuständig sein – Verantwortung für etwas haben

Rückkehr (f., nur Singular) – das Zurückkommen

präventiv – so, dass man verhindern will, dass etwas passiert

Extremismus (m., nur Singular) – eine extreme politische oder religiöse Haltung/Meinung zu etwas (Person: Extremist, -en/Extremistin, -nen)

nichts miteinander zu tun haben – in keiner Verbindung zueinander stehen

Deradikalisierung (f.) – der Prozess, in dem jemand, der gewalttätig war, diesen Weg zunehmend ablehnt (Gegenteil: Radikalisierung)

Zeugnispflicht, -en (f.) – die Pflicht, vor Gericht zu sagen, was man über die Straftaten einer anderen Person weiß

etwas wahr|nehmen – hier: etwas machen

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