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TOP-THEMA: B1
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Fremdenhass in Heidenau

Nach der Gewalt gegen Flüchtlinge in Heidenau besuchte erst der Vizekanzler und dann auch die Bundeskanzlerin die attackierte Flüchtlingsunterkunft. Beide Politiker verurteilten die Angriffe und forderten mehr Toleranz.

Es flogen Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper. Eine Gruppe von rund 150 Rechtsextremen hat am 23.08.2015 in der zweiten Nacht in Folge Polizisten angegriffen, die in Heidenau bei Dresden eine Unterkunft für Flüchtlinge schützten. In dem ehemaligen Baumarkt waren mehr als 200 Flüchtlinge untergebracht. Die Polizei konnte die Angreifer stoppen: mehr als 30 Polizisten wurden verletzt.

Die Öffentlichkeit forderte schon länger den Besuch der Bundeskanzlerin Angela Merkel in Heidenau. Auf Twitter wurde ihr unter dem Hashtag vorgeworfen, dass sie zu lange nichts zu den fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Sachsen gesagt hat. Nach Vizekanzler Sigmar Gabriel besuchte jetzt auch sie die Flüchtlingsunterkunft bei Dresden.

In Heidenau wurde die Kanzlerin mit Pfiffen und „Pfui“-Rufen empfangen. In sozialen Netzwerken hatten rechte Gruppen dazu aufgerufen. „Es gibt keine Toleranz gegenüber denen, die nicht bereit sind zu helfen“, sagte Merkel. „Je mehr Menschen das deutlich machen, umso stärker werden wir sein.“ Die Kanzlerin versprach, Flüchtlingen in Deutschland mit einem neuen Gesetz in Zukunft besser zu helfen. Auch Vizekanzler Sigmar Gabriel fand bei seinem Besuch ähnlich deutliche Worte:„Man darf diesen Typen, die sich hier in den letzten Tagen ausgebreitet haben, keinen Millimeter Raum geben“, so Gabriel.

Ein neues Sicherheitskonzept der Polizei soll nun helfen, Gewalt durch Rechtsextreme in Zukunft in Heidenau zu verhindern. Der Vizekanzler sagte jedoch auch, die Ausschreitungen in der sächsischen Kleinstadt dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in Deutschland auch viel Solidarität für Flüchtlinge gibt – mit Hilfsangeboten überall im Land.

Glossar

Flüchtling, -e (m.) – jemand, der sein Land aus einem bestimmten Grund (z. B. Krieg) verlassen muss

Vizekanzler, -/Vizekanzlerin, -nen – die Person, die den/die Regierungschef/in vertritt; der/die zweite Kanzler/-in

jemanden/etwas attackieren – sich mit Gewalt gegen etwas/jemanden richten

etwas verurteilen – hier: etwas sehr deutlich kritisieren

Angriff, -e (m.) – hier: eine gewalttätige Aktion (Verb: angreifen, Person: der Angreifer)

Feuerwerkskörper, – (m.) – eine Rakete, die explodiert und Licht erzeugt

Rechtsextreme, -n – jemand, der rassistisch und nationalistisch denkt

jemanden an einem Ort unter|bringen – jemanden an einem Ort wohnen lassen

jemandem etwas vor|werfen – jemanden für etwas kritisieren

Ausschreitung, -en (f.) – die unkontrollierte und gewalttätige Tat von vielen

jemanden empfangen – jemanden begrüßen

Pfiff, -e (m.) – hier: ein lauter Ton mit dem Mund, um jemanden zu stören

pfui! – (Ausruf) verwendet, um auszudrücken, dass einem etwas nicht gefällt

soziale Netzwerke – Internetseiten (z. B. Twitter, Facebook), über die Nutzer miteinander kommunizieren können

zu etwas auf|rufen – hier: öffentlich auffordern, etwas zu tun

sich aus|breiten – hier: mehr werden

Millimeter, – (m.) – eine Maßeinheit für eine geringe Länge

jemanden Raum geben – hier: jemanden nicht an etwas hindern

Sicherheitskonzept, -e (n.) – ein Plan, eine Idee für mehr Sicherheit

über etwas hinweg|täuschen – hier: einen falschen Eindruck von etwas geben

Solidarität (f., nur Singular) – das Zusammenhalten von Personen; die gegenseitige Unterstützung