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-— SPRACHBAR —-
Nächste Etappe: der Weg zur Arbeit, Uni oder Schule. Kaum hat man das Haus verlassen, muss bis zum Bahnhof noch schnell geprüft werden, ob der Zug auch pünktlich kommt – entweder auf der Homepage des Verkehrsbetriebes oder direkt in der App. Diese sogenannten Applikationen kann man auf sein Smartphone oder Tablet laden und damit verschiedene Dienste und Internetseiten nutzen. Apropos nutzen, dieses Wörtchen hört man ständig im Internet. Denn hier sind wir alle User, also Nutzer – und das ganz unabhängig vom Geschlecht oder vom Alter.
Sitzt man erst einmal im Zug, kommt man nicht umhin, sich zu fragen, was die Menschen auf Bahnfahrten gemacht haben, bevor es Computer gab. Der erste chattet per Handy mit seiner Freundin, der zweite liest auf seinem E-Reader ein „digitales“ Buch, der dritte spielt Schach auf seinem Tablet. Im Vergleich erscheint die junge Frau mit ihrem „analogen“ Buch fast schon „retro“.

Facebook & Co.
Um die Fahrzeit gut auszufüllen, liest man ganz routiniert seine Mails und checkt, was es in den sozialen Netzwerken Neues gibt. Als erstes steht Facebook an: „Oh, drei Leute wollen mich adden, also mit mir online befreundet sein. Meine Anzahl an Freunden steigt damit auf 300, nicht schlecht.“ Einigen von ihnen ist man vielleicht nie begegnet, aber da muss man unterscheiden: Online-Freunde versus Offline-Freunde.
Man scrollt sich durch die Einträge, die hier Posts genannt werden und liket und teilt was das Zeug hält. „Liken“ sagen die Facebook-Anhänger, wenn ihnen ein Beitrag gefällt und sie ihn mit einem Klick auf den „Like-Button“ versehen. Von „teilen“ ist die Rede, wenn ein fremder Beitrag noch einmal auf dem eigenen Profil erscheint. Das Profilfoto wird noch schnell durch ein neues selfie ersetzt.

Tweet + Beef = Tweef
Und da man als Social Networker keine halben Sachen macht, legt man sich Accounts in sämtlichen Netzwerken zu. Deshalb ab zu Twitter! Was sind hier die neuesten Hashtags, also thematische Stichworte? Und wer hat mit seinem Tweet mal wieder einen Shitstorm ausgelöst? Die wörtliche Übersetzung schenken wir uns an dieser Stelle mal, aber es sei angemerkt, dass es sich dabei um einen Sturm von bösen Kommentaren handelt.
Für Twitter gibt’s ein ganz eigenes Vokabular, denn hier wird nicht gepostet, sondern getwittert oder getweetet. Und wenn zwei „Zwitscherer“ sich streiten, dann hat die Twitter-Community auch dafür einen kreativen Begriff gefunden: nämlich Tweef. Diese Wortneuschöpfung ist eine Mischung aus Tweet und dem englischen Wort Beef, umgangssprachlich für „Stress“ oder „Streit“.

@work
Für die meisten, die dann im Büro ankommen, geht’s direkt online weiter. Öffnet man den Browser seiner Wahl, gelangt man in vielen Firmen auf die Intranet-Seiten, also das Firmennetzwerk. Hier gibt es etwa Infos rund um Arbeitsorganisation und Mitarbeiter. Als Nächstes werden dann die beruflichen Mails gelesen und beantwortet. In dem Zusammenhang fällt in Büros oft der Satz: „Da setze ich dich mal in cc.“ Cc steht für „carbon copy“ und sagt aus, dass man jemandem eine Mail in Kopie sendet. Früher wurden Kopien nämlich erzeugt, indem Kohlepapier zwischen zwei oder mehrere Blätter gelegt wurde.
Nachmittags steht dann auch schon die erste Web-Konferenz an. Man trifft sich im Netz, um unter anderem über die letzten Klickzahlen zu sprechen. Und wo früher noch lästige Anfahrtswege zu Gesprächen mit externen Kunden oder auch Kollegen nötig waren, klärt man heute seine Anliegen per Video-Chat. Internet und Webcam sei dank!

All you can surf
Hat man den Arbeitstag hinter sich und der Akku des Smartphones hat ihn überlebt, steht dem Heimweg ja nun nichts mehr im Wege. Diese kleinen Dinger namens Smartphone sind übrigens genial! Sie vereinen verschiedenste Geräte und Funktionen – und das im Hosentaschenformat. Sie sind der MP3-Player, mit dem man seine heruntergeladene oder downgeloadete Musik hören kann, Wecker, Notizbuch, Kalender, Telefon und, und, und…
Mit dem Smartphone wird der Weg nach Hause dann auch ganz effizient genutzt, um Online-Shopping zu betreiben. Da gibt es von Lebensmitteln über Kleidung bis zum Auto nichts, was man nicht im Netz kaufen und auch verkaufen könnte. Um sicher zu gehen, dass der Postbote auch morgen schon klingelt, zahlt man direkt noch per Online-Banking, so kann man sich den Weg zur Bank direkt sparen. Schade, dass so ein Smartphone noch kein Geld drucken kann, sonst wäre die Bank glatt überflüssig. Am Abend kann man sich dann auch noch Videos und Filme im Netz ansehen. Wer keinen Fernseher hat, schaut das Programm in der Mediathek des Senders oder streamt einen Film auf einer der zahlreichen Webseiten.

Gefangen in der Wirklichkeit
Der Super-Gau eines jeden Onliners ereignet sich dann, wenn mal ein Gerät kaputt geht oder keine Internetverbindung besteht. Ganz egal, ob es sich um ein Hardware- oder Software-Problem handelt, plötzlich ist er in der analogen Welt gefangen. Ohne die unendlichen Weiten des World Wide Web wird er ganz unruhig und sucht schnellstens nach einer Problemlösung.
Da bleibt zu hoffen, dass kein Hacker am Werk war und man sich einen Virus eingefangen hat. Der Virus, um den es hier geht, hat allerdings nichts mit dem Virus zu tun, der beispielsweise einen Internetsüchtigen ins Bett zwingt. Das Virus würde allerdings jeder Internetsüchtige mit Freuden auf sich nehmen, solange sein Rechner verschont bleibt!

„Hilfe, ich habe das Internet gelöscht!“
Aber nicht nur junge Leute sind aufgeschmissen, wenn sie zu lange offline verharren müssen. Denn auch der Silver Surfer im Flugzeug wird nervös und zeigt erste Entzugserscheinungen, wenn er längere Zeit ohne seine virtuelle Welt auskommen muss. Moment, Silver Surfer? Jaja, ganz richtig gelesen! Das sind ältere Menschen – das silver steht für die silbergrauen Haare –, die genauso versiert und selbstverständlich im Internet surfen wie junge Leute.
Ihnen steht eine andere Gruppe gegenüber: die Offliner. Dazu gehört die Mutter, die „versehentlich das Internet gelöscht hat“ oder der Vater, der den Sohn bittet, „das Internet mal anzumachen“. So kommt es, dass die Junioren, bei denen wohl statt Blut die Nullen und Einsen der digitalen Welt in ihren Adern fließen, die „Krise kriegen“, wenn sie zum x-ten Mal erklären müssen, dass man das Internet nicht „an- und ausmachen“ kann.

Bad Gateway
Aber ganz egal, wie sehr manchmal auch über das Netz geschimpft wird – dass es etwa süchtig macht, dass es unsicher ist –, kann man sich einer Sache ganz sicher sein: löschen kann man das Internet nicht!

DW-Sprachbar - Im Internet unterwegs
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