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SPRACHBAR: C1, C2
– vk.com/topic-12399143 26677833

So ein Durcheinander im Oberstübchen

Jemandem, der nicht alle Tassen im Schrank hat, fehlt es nicht an Geschirr. Es braucht auch nicht jeder, der einen Dachschaden hat, einen Dachdecker. Gaga, meschugge oder plemplem – ein bisschen verrückt ist doch jeder.

Ungefähr hundert Milliarden Nervenzellen sind da oben versammelt, im menschlichen Gehirn. Im Oberstübchen, wie der Volksmund es auch nennt. Oberstübchen deshalb, weil es eben ganz oben im Körper, im Kopf, seinen Platz hat.

Der Tassenschrank

Hundert Milliarden! Wundert es, wenn da mal was schief läuft? Außerhalb der Norm sozusagen? Aber was heißt schon Norm, und was bitteschön ist normal? In diesem Oberstübchen befindet sich jener sprichwörtliche Schrank, in dem manche nicht mehr alle Tassen haben.
Tassen im Kopf? Ist so eine Redensart: Wer nicht mehr alle Tassen im Schrank hat, ist ein bisschen daneben. Ein bisschen „gaga“. Ein bisschen bescheuert.

Die Alltagssprache hat jede Menge Ausdrücke für den Bereich zwischen recht harmlosen Verhaltensweisen und jenen, die im medizinischen Sinne als krankhaft gelten. Wer „seinen eigenen Film dreht“ muss kein Regisseur sein, sondern lebt in einer für Außenstehende merkwürdig anmutenden und von der Realität ziemlich abgehobenen Welt. Die vermeintlich normale Masse ist schnell dabei, jemandem, der nicht so ganz in die Norm passt, einen Stempel aufzudrücken.

Wer spinnt, muss nicht verrückt sein

„Der spinnt!“ oder „Die ist verrückt!“, heißt es dann. Etwas aus der Mode gekommen ist der Ausdruck „meschugge“. Er kam im 19. Jahrhundert aus dem Jiddischen ins Deutsche und heißt so viel wie „verrückt“. Wer „meschugge“ ist, könnte aber auch genauso gut „plemplem“ sein.

Oder ein „Rad abhaben“. Wieso gerade Rad? Nun, Räder halten die Dinge oder auch Maschinen in Bewegung, lassen sie funktionieren. Wem nun ein Rädchen im Oberstübchen fehlt, dessen Denkvermögen kann durchaus eingeschränkt sein, denn wie wir wissen, greift ja ein Rad – oder Rädchen – ins andere. Das Bild des Rades wird ja oft genug in der Sprache bemüht, weshalb dann nicht für die Vorgänge im Denkapparat?

Voll gegen die Latte

Nicht so leicht nachvollziehen lässt sich die Bedeutung von „Lattenschuss“. Im Fußball natürlich schon. Da kracht der Ball an die Latte, statt ins Tor zu rauschen. Der Spieler sinkt auf den Rasen und rauft sich die Haare. Wehe dem aber, der einen „Lattenschuss“ nicht fabriziert, sondern hat. Immer nah dran, aber immer voll daneben. Ein böses Schicksal. Wem lediglich ein „Schuss“ attestiert wird, der kommt ein bisschen besser weg und gilt als leichterer Fall.

So wie jene Mitmenschen, die ein „Hau mich“ oder einen „Hau“ haben. Man stelle sich einen Holzklotz vor, in den mit einer Axt eine schwere Kerbe gehauen wurde. Ein „Hau“ gewissermaßen.

Dieses Bild aufs Oberstübchen übertragen und schon haben wir den „Hau“ ganz anderer Art. Aber Vorsicht: Niemand weiß so ganz genau, woher nicht nur dieser durchaus merkwürdige Ausdruck stammt. Die Pfade im Land der Sprache sind oftmals verschlungen und führen mitunter in die Irre.

Der eigentliche Dachschaden

Verhältnismäßig einfach zu erklären ist der „Dachschaden“. Da sind wir wieder im Oberstübchen, in das es reinregnen kann, weil das Dach einen Schaden hat und somit nicht – oder nicht ganz – dicht ist.

Wer einen Dachschaden hat, hat ein Problem. Entweder er braucht einen Dachdecker oder einen Arzt, falls der Schaden ernsthafter Natur ist und nicht nur von böswilligen Zeitgenossen gemutmaßt wird.

Der Dachschaden im übertragenen Sinn

Bleiben wir noch einen Augenblick da oben unterm Dach. Da gibt es die Dachsparren. Das sind schräge Dachbalken und wichtige Teile des Dachstuhls. Wenn da welche locker sind, spricht man ebenfalls von einem Dachschaden. Ja wie jetzt: In welchem Sinn eigentlich?

DW-Sprachbar - So ein Durcheinander im Oberstübchen
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