Arthur Schnitzler – Casanovas Heimfahrt

Arthur Schnitzler – Casanovas Heimfahrt

Die Figur des Casanova steht in der Literatur um 1900 für ein vitalistisches Lebensgefühl – eine moderne Männerphantasie, freilich keine ungebrochene. Die Gestalt wird vielfach mit innerer Widersprüchlichkeit ausgestattet, Aspekte wie der Männlichkeitswahn und das Altern spielen eine wesentliche Rolle.

Arthur Schnitzler – Der Weg ins Freie

Ein Charakteristikum des erzählerischen Werks von Arthur Schnitzler ist es, das Neue, Bedeutsame und bis dahin noch nie Gewagte aufzugreifen. Dabei setzt er äußeres, reales Geschehen und inneres, psychisches Erleben in engen Bezug zueinander und vermittelt so dem Leser deren Wechselwirkung. Das schließt das Gesellschaftliche sehr bewußt ein; im Roman »Der Weg ins Freie« wird es in weit geführten Dialogen sowie durch die Gegenüberstellung unterschiedlicher Interessen und die Verschmelzung vergleichbarer Verhaltensweisen zum eigentlichen Thema. Entsprechend steht nicht das individuelle Schicksal des Helden Georg von Wergenthin und seiner Geliebten Anna Rosner im Mittelpunkt, sondern die Amalgamierung des Jüdischen und des Wienerischen kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert.

Arthur Schnitzler – Traumnovelle

Die Ehe von Fridolin und Albertine steckt in der Krise, weil sich beide nach der Erfüllung ihrer erotischen Begierden sehnen, diese aber nicht ausleben können. Erst als sich Fridolin einer schönen Unbekannten hingibt und Albertine im Traum Erfüllung findet, kommen sie wieder zueinander. Jeder ist dabei für den anderen einen symbolischen Opfertod gestorben, der die Befreiung von den unterbewußten Trieben bedeutet. Meisterhaft setzt Arthur Schnitzler in dieser Novelle die Tiefenpsychologie Sigmund Freuds in Literatur um. Kongenial hat Stanley Kubrik den Stoff in »Eyes wide shut« verfilmt.